Börse
Ein Kurschart über Jahrzehnte misst zwei Dinge gleichzeitig: die Entwicklung eines Wertes und den Schwund des Maßstabs, in dem er notiert. Wer nur das erste sehen will, muss das zweite herausrechnen — und dazu entscheiden, woran er Wert misst. Diese Seite stellt die Entscheidung offen zur Wahl, statt sie stillschweigend zu treffen.
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Der Maßstab
dieselbe Reihe, drei BezugsgrößenSchaubild wird geladen …
Nominal ist der Kurs, wie er notiert wurde — die Zahl aus der Zeitung von damals, ohne Rücksicht darauf, was sie kaufen konnte.
In Verbraucherpreisen heißt: umgerechnet in Preise von heute, anhand des offiziellen Warenkorbs. Das ist die längste verfügbare Reihe, untertreibt aber systematisch — hedonische Qualitätsanpassung, Substitution billigerer Güter, Wohnkosten als Mietäquivalent statt als Hauspreise. Vermögenspreise stehen gar nicht erst drin.
In Geldmenge M2 misst gegen die Ausweitung des Geldes selbst, ohne Warenkorbmethodik. Die Frage dahinter ist unbequemer und deshalb interessanter: Was war Wertschöpfung, und was war bloß Verwässerung?
Der S&P 500 steht seit dem 1. August 2000 nominal auf dem 5,4-Fachen, an den Verbraucherpreisen gemessen auf dem 2,8-Fachen — und an der Geldmenge M2 gemessen auf dem 1,1-Fachen. Drei Antworten auf dieselbe Frage, und keine davon ist falsch. Sie beantworten nur verschiedene Fragen.
Die Schere
Staatsschulden, Geldmenge und Preise, auf 100 indexiertSchaubild wird geladen …
Drei Reihen, die selten nebeneinander stehen, weil sie aus drei verschiedenen Zuständigkeiten kommen. Auf einer gemeinsamen Achse ab 100 wird die Schere zur Bildaussage: In den USA wachsen die Schulden schneller als die Geldmenge und die Geldmenge schneller als die Preise. Der Abstand zwischen der obersten und der untersten Linie ist genau der Betrag, den der Verbraucherpreisindex nicht erfasst.
Was das Leben kostet
Nahrung, Energie und Metalle als KorbSchaubild wird geladen …
Ein einzelner Future sagt wenig: Weizen hatte 2022 einen Krieg, Mais eine Dürre, Soja einen Zollstreit. Was Ernährung insgesamt kostet, zeigt erst der Korb. Gebaut sind sie gleichgewichtet — jeder Bestandteil startet bei 100, der Korb ist ihr Mittel. Eine Gewichtung nach Welterzeugung wäre sachlich besser, setzte aber Mengendaten voraus, die es nicht schlüsselfrei gibt; eine geratene Gewichtung ist schlechter als eine offengelegte gleiche.
Auch hier lohnt der Umschalter: Nahrung wird nominal teurer. An der Geldmenge gemessen ist die Frage, ob sie teurer wird oder ob das Geld billiger wird, eine andere.
Kurstafel
letzter Schluss und TagesveränderungKurse werden geladen …
Woher die Zahlen kommen
und was sie nicht sagenKurse von Yahoo Finance, Tagesschlusskurse. Verbraucherpreise und Geldmenge M2 von der St. Louis Fed (FRED, Reihen CPIAUCSL und M2SL), Staatsschulden ebenfalls (GFDEBTN). Alles wird auf dieser Maschine geholt und als eine Datei ausgeliefert; der Browser spricht mit keinem Dritten und trägt keinen Schlüssel.
Die Indexreihen sind monatlich, die Kurse täglich. Zwischen zwei Monatswerten wird linear interpoliert — stumpfes Fortschreiben erzeugte Treppenstufen, und Preise springen nicht am Monatsersten. Nach dem letzten bekannten Stand wird konstant fortgeschrieben, weil der Index dem Kurs ein bis zwei Wochen hinterherhinkt. Punkte vor Beginn einer Indexreihe entfallen; M2 beginnt im Januar 1959, der Verbraucherpreisindex 1947.
Zwei Einschränkungen, die man kennen sollte. Erstens: Ein Kursindex wie der S&P 500 enthält keine Dividenden, und über Jahrzehnte ist das der größere Teil des Ertrags — deshalb steht ^SP500TR daneben. Der DAX ist die Ausnahme, er ist ein Performanceindex; ihn neben den S&P 500 zu legen vergleicht zwei verschiedene Dinge. Zweitens: Bereinigt wird durchgehend mit den US-Reihen, auch bei europäischen Werten. Für einen DAX-Chart in Eurozonen-Kaufkraft fehlt hier noch die zweite Indexreihe.
Gerechnet wird mit titop, dem Terminal-Chartwerkzeug dieses Hauses. Die Bereinigung dort und die Bereinigung hier sind dieselbe Formel: Kurs × Index(heute) / Index(damals).
